Arthritis und Polyarthritis

Die verschiedenen Formen

Die Erfolgsaussichten bei der Behandlung von arthritischen - also entzündlichen - Erkrankungen sind geringer als bei Arthrosen. Dies liegt im Wesen dieser Erkrankungen, die nicht rein ernährungsbedingt sind. Die Fehlernährung spielt aber indirekt bei ihrer Entstehung eine wesentliche Rolle. Wenn die Krankheit ausgebrochen ist, kommt die richtige Ernährung aber für eine Heilung zu spät, wenigstens gilt dies für die bösartige Form, die sogenannte primär chronische Polyarthritis, die auch rheumatoide Arthritis genannt wird.

Die meisten Gelenkentzündungen (Arthritiden) treten gleichzeitig oder nacheinander an vielen (poly = viel) Gelenken auf. Polyarthritis heißt also Entzündung vieler Gelenke. Es gibt viele Arten von Polyarthritis. Ist nur ein Gelenk befallen, spricht man von Arthritis bzw. Monarthritis.

Die akute Form wird auch rheumatisches Fieber genannt; sie heilt meist rasch ohne nachteilige Folgen (zum Beispiel Herzklappenfehler) aus.

Die akut beginnende Polyarthritis kann aber auch allmählich in eine chronische übergehen; dies kommt aber selten vor.

Nun gibt es aber eine Form, die von Anfang an (primär) chronisch (pcP) schleichend auftritt; sie heißt deshalb primär chronisch.

Die primär chronische Polyarthritis - heute noch unheilbar

Diese primär chronische Polyarthritis - einen guten deutschen Namen gibt es dafür nicht - ist heute noch unheilbar. Das Heimtückische an ihr ist, dass sie scheinbar harmlos mit morgendlicher Steifigkeit beginnt, die aber zunächst durch Bewegung im Laufe des Vormittags wieder verschwindet. Durch diese anfangs geringfügigen Beschwerden lässt sich der Kranke über die bösartige Neigung zur ständigen Verschlimmerung täuschen. Er ist deshalb zu intensiven Abwehrmaßnahmen erst bereit, wenn die Krankheit fast alle Gelenke betroffen hat und zu weitgehender Versteifung mehrerer Gelenke geführt hat. Starke Bewegungseinschränkung und viele Schmerzen sind das Los dieser Kranken, wenn keine ständige und gründliche Behandlung stattfindet. Aber auch mit intensivster Behandlung lässt sich die Krankheit nicht heilen, sondern nur aufhalten oder zum Stillstand bringen.

Diese Form der Polyarthritis befällt bevorzugt die Gelenke der Hände und Füße, aber auch die Wirbelgelenke; dabei werden die großen Gelenke in geringerem Maße betroffen. Trotz intensivster wissenschaftlicher Forschung ist das Wesen dieser Erkrankung noch nicht völlig geklärt. Sie ist zwar eine Infektionskrankheit mit allen Zeichen einer solchen, nämlich Fieber, Entzündung und entsprechenden Blutveränderungen. Da aber noch keine spezifischen Erreger gefunden wurden und die Reaktionen des Gewebes am besten mit allergischen Vorgängen erklärbar sind, kann man die Krankheit zum Teil zu den allergischen rechnen. Dies besagt aber nur, dass der Organismus auf bestimmte Stoffe überempfindlich - in diesem Fall mit Schwellungen der Gewebe um die Gelenke -reagiert. Die eigentümliche Blässe der Haut spricht dafür, dass auch Störungen der Durchblutung eine wesentliche Rolle spielen. Die Blässe kann aber auch der Ausdruck hormoneller Störungen sein. Die Krankheit befällt besonders häufig Frauen und beginnt bevorzugt in den Wechseljahren.

Die veränderten hormonellen Verhältnisse, wie sie zum Beispiel in den Wechseljahren eintreten, sind natürlich nicht die Ursache dieser Gelenkerkrankung. Sie führen jedoch zu Störungen der Gewebsreaktion und der Kreislaufverhältnisse und bereiten so indirekt den Boden vor. Dass der Organismus auf die hormonellen Veränderungen, die einem natürlichen Entwicklungsablauf entsprechen, so krankhaft mit einer rheumatischen Gewebsveränderung reagiert, ist Zeichen einer Vorschädigung des Organismus.

Hierbei spielt die vorausgegangene jahrzehntelange Einwirkung zivilisatorischer Schädlichkeiten, besonders die vitalstoffarme Nahrung, die Schadstoffe und zuviel Eiweiß enthielt, eine wesentliche Rolle. Bei der hormonellen Umstellung tritt lediglich der bereits vorhandene Schaden in Erscheinung. Als Wegbereiter kommen noch andere Störfaktoren dazu. Die Krankheit kommt aber auch bereits im Kindesalter und bei Jugendlichen vor. Hier sind die Ursachen noch weitgehend ungeklärt. Dabei müssen wohl konstitutionelle Momente eine Rolle spielen.


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