Die besten Strategien gegen Osteoporose

Beinhart und knochenfest müssen die Strategien gegen Osteoporose sein! Je eher Sie damit beginnen, desto wirkungsvoller. Denn an Osteoporose erkrankt man nicht von heute auf morgen.

Stellen Sie sich eine mächtige, alte Kathedrale vor, welche auf hölzernen Pfählen gebaut wurde. Ihr Gerüst kann im Laufe der Jahre das Gewicht nicht mehr tragen und sackt langsam aber stetig in sich zusammen. Ahnliches kann sich bei uns Menschen ereignen, wenn die Knochen alt werden und das Skelett mit den Jahren brüchig wird. Wir alle kennen diese Erscheinung unter dem Begriff „Osteoporose" oder Knochenschwund.

Statistisch leidet europaweit bereits jeder zehnte von uns daran. Tendenz steigend. Osteoporose ist damit neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes zur Volkskrankheit geworden. Rund die Hälfte davon weiß nichts von ihrer Erkrankung.

Was ist Osteoporose?

Osteoporose ist eine Stoffwechselkrankheit, bei der sich der Kalziumstoffwechsel ändert, wodurch das Knochengewebe an Substanz und Struktur verliert. Jeder Knochen hat eine bestimmte Mikrostruktur, die er benötigt, um die Muskeln zu tragen. Verschlechtert sich diese Mikrostruktur, nimmt die Dichte der Knochen ab. Osteoporose ist somit ein Missverhältnis zwischen vorhandener Knochenmasse und dem Knochensubstanzverlust im Alter.

Frauen sind dreimal häufiger davon betroffen als Männer. Und meist sind es Frauen über 50, die daran leiden. Grund dafür ist, dass Frauen von Natur aus weniger Knochenmasse haben. Darüber hinaus können hormonelle Ursachen nach der Menopause die Entstehung von Osteoporose begünstigen. Die höchste Knochendichte erreicht ein Mensch etwa zwischen dem 25. und 30. Lebensjahr. Diese Spitze bezeichnet man als Peak-bone-mass. Auch in diesem Punkt sind Männer begünstigt, denn die Peak-bone-mass ist bei ihnen um 25 bis 30 Prozent höher als bei Frauen.

Frauen und ihre Hormone

Nachteile haben Frauen durch die Hormone: Am Beginn der weiblichen Menopause lässt die Ostrogenproduktion nach, dadurch wird der Knochenabbau beschleunigt. Nach der Menopause verlieren Frauen innerhalb von fünf bis sieben Jahren bis zu 20 Prozent ihrer Knochenmasse! Beschleunigt wird der Abbauprozess etwa durch Diäten, die den Körper nicht ausreichend mit Kalzium und Vtamin-D versorgen. Frauen, die also ohnedies einen eher niedrigen Östrogenspiegel haben, sollten auf ausreichende Kalzium- und Vitamin-D-Zufuhr achten. Wird zu wenig von diesen Vitaminen und Spurenelementen zugeführt, kann sich das rasch auf die Knochendichte auswirken, sie verringert sich sukzessive.

Obwohl auch Männer an Osteoporose leiden, wurde die Krankheit an Männern bisher wenig erforscht. Was man weiß: Bei jedem zweiten betroffenen Mann ist eine andere Erkrankung Auslöser für Osteoporose, wie Alkoholmissbrauch oder eine Unterfunktion der männlichen Keimdrüsen. Neue Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass ein verminderter Östradiolspiegel eine wichtige Rolle bei der Erkrankung von Männern spielt. Darüber hinaus dürfte das Absinken von Sexualhormonen und Vitamin-D-Mangel einen starken Einfluss haben.

Osteoporose ErnährungVitamin D - Der Osteoporose Therapie-Knüller

Vitamin D und Kalzium sind eine knochenharte Kombination und wichtig im Kampf gegen Osteoporose. Vitamin D wurde im Hinblick auf Osteoporose Therapie neu definiert und ist heute eine der wichtigsten Co-Medikationen. Kalzium ist eines der wichtigsten Mineralstoffe im Körper, Erwachsene benötigen täglich rund 1.000 Milligramm davon. Aber nicht nur der Gehalt von Kalzium in der Nahrung ist entscheidend, sondern auch die Bioverfiigbarkeit des Mineralstoffes: Unterschiedliche Hormone sind dafür verantwortlich, wie das Kalzium vom Körper aufgenommen werden kann. Kortison beispielsweise hemmt die Kalziumresorption aus dem Darm, Schilddrüsenhormone stimulieren bei einer Überfunktion den Knochenabbau. Wenn nun nach dem dritten Lebensjahrzehnt die Knochenmasse eher ab- als aufgebaut wird, ist eine kalziumreiche Ernährung wichtig - sie kann den altersbedingten Knochenverlust verzögern (siehe Kasten). Die beste Prophylaxe gegen Osteoporose ist jedoch die regelmäßige Bewegung. Ein orthopädischer Check-up ist vor einer Bewegungstherapie so wie vor einer empfohlenen Sportart oder einem ungezielten Krafttraining empfehlenswert. Da Osteoporose-Patienten meist auch an diversen anderen Erkrankungen der Knochen, Gelenke und ihrer Begleitstrukturen leiden, ist klar, dass nicht jede Sportart für jeden Patienten geeignet ist.

Osteoporose Früherkennung - die beste Strategie

Frauen ab 50 sollten zur Früherkennung regelmäßig die Knochendichte messen lassen - eine völlig schmerzfreie Untersuchung. Aus medizinischer Sicht ist eine Kombination aus Knochendichtemessung, Familienanamnese und Status an Knochenbrüchen heute die ideale Methode der Früherkennung. Das Verfahren zur Messung der Knochenmineraliendichte (BMD) heißt X-treme-CT. Mit Hilfe eines hochauflösenden CT-Verfahrens wird die Struktur des Knochens dargestellt, ohne ihn zu biopsieren. Aber auch in der Früherkennung ist ein relativ exaktes Risikoprofil möglich. Wie sehr der Patient gefährdet ist, sich etwas zu brechen, lässt sich aus den Parametern Alter, Gewicht, Körpergröße, ob er Cortison einnimmt, raucht oder Alkohol trinkt, ableiten.

Osteoporose Therapie - auf die Knochenharte Tour

Die Diagnose Osteoporose bedeutet nicht zwangsläufig lebenslanges Leiden. Inzwischen hat die Wissenschaft eine Reihe von Therapie-Möglichkeiten entwickelt. So etwa stehen Knochenabbau hemmende Medikamente (Bisphosphonate, Calcitonin) zur Verfügung. Den Knochenaufbau fördern Präparate wie Fluor, Parathormon oder Strontiumranelat. Die Behandlung mit Östrogenen ist heute eher unüblich. Basis für jede Behandlung ist eine ausreichende Versorgung mit Kalzium und Vitamin D. Antikörper, welche die Reifung von Osteoklasten behindern, könnten ein viel versprechender neuer Ansatz in der Behandlung der Osteoporose und anderer mit einem Knochenabbau einhergehender Störungen werden. Patienten müssen künftig nur zweimal pro Jahr eine Injektion erhalten. Sie besteht aus einer etwa 20 Minuten dauernden Infusion, dadurch wird die Knochenmasse deutlich verdichtet. Die Wirkung dieser neuen Methode ist mittlerweile erwiesen. Die Substanz wird ab 2010 angewendet.

Hilfe bei Brüchen

Eine der häufigsten Komplikationen der Osteoporose sind Wirbelkörpereinbrüche. Durch diese Brüche kommt es zu starken Verformungen des Oberkörpers, deutlicher Abnahme der Körpergröße, Verringerung oder vollständiger Aufhebung des Rippen-Becken-Abstandes, Einengung des Brustkorbes und zur Ausbildung des so genannten „Witwenbuckels" (Kyphosierung). Rund die Hälfte dieser Wirbelkörpereinbrüche verläuft akut und ist sehr schmerzhaft. Seit kurzem wird erfolgreich eine neue, in den USA entwickelte Behandlungsmethode bei diesen Brüchen angewendet, die sogenannte Ballon-Kyphoplastie. Dieses Verfahren ermöglicht die Wiederaufrichtung und Stabilisierung des gebrochenen Wirbelkörpers, eine sofortige Schmerzverbesserung und eine rasche Mobilisierung der betroffenen Patienten.

Wie man mit Sport der Osteoporose davon läuft

KINDER

>Ziel: Bewegung fördern, Haltung und Koordination kontrollieren, Gewichtsbelastende Spiel-und Sportarten, Muskelkräftigung trainieren.

JUGENDLICHE

>Ziel: Bewegung fördern, auf ergonomische Wirbelsäulen- und Gelenksbelastung achten, Gewichtsbelastende Spiel- und Sportarten, Konditionstraining und Muskelkräftigung fördern, sodass sich eine normale Körperhaltung entwickeln kann.

>Wie? Ideale Sportarten: Fuß-, Hand-, Basket- oderVolleyball, weil sie den ganzen Körper trainieren. Auch Leichtathletik,Tennis, Ski fahren, Langlaufen, Eislaufen oder Inline-Skaten stärken die Knochen. Ausdauertraining belastet das Skelett kaum.

JUNGE ERWACHSENE (18-35)

>Ziel: auf einen aktiven Lebensstil achten, ergonomisch richtige Haltung.

>Wie? Zwei bis drei Mal Krafttraining pro Woche fördert den maximalen Aufbau von Knochenmasse und Muskelkraft. Günstig ist ein Gewichtsbelastendes aerobes Ausdauertraining, sowie drei bis vier Mal pro Woche etwa 30 bis 45 Minuten Sport.

Gut: Allgemeines Fitness-Training, Aerobic (stärkt die Knochen), Ausdauersport (Laufen, Rad fahren, aber in richtiger Haltung). Ski fahren, Langlaufen, Ballsport (Basketball, Volleyball,Tennis), Klettern, Inline-Skating.

ERWACHSENE (35-50)

>Ziel: Stärkung der Knochen.

>Wie? Fitnesstraining, Schwimmen für Anfänger. Erfahrene Sportler setzen mit Kraft-Gymnastik, Laufen, Walken fort. Günstig sind Ausdauersportarten wie Laufen, Wandern, Bergwandern, Rad fahren, Walken.Tennis spielen, Ski fahren.

Empfehlenswert: Rudern (gut für Arme, Beine, Rücken).

PERI- UND POSTMENOPAUSALE FRAUEN

>Ziel: Auf einen bewegungsaktiven Lebensstil achten, zwei bis drei Mal pro Woche Krafttraining, das stärkt die Muskelkraft und verbessert beziehungsweise erhält die Knochendichte.

>Wie? Günstig ist ein gewichtsbelastendes aerobes Ausdauertraining, jeweils drei bis vier Mal pro Woche zu je 30 bis 45 Minuten. Ziel jeder Bewegung ist es, die Flexibilität und das Bewegungsausmaß zu erhalten, die Haltung zu fördern und die Rückenstreckkraft zu verbessern beziehungsweise zu erhalten.

ÄLTERE MENSCHEN - 50plus

>Ziel: Ausdauer und Koordination schulen. Bauchmuskeln stärken, Gleichgewicht trainieren (Sturzprävention).

>Wie? Fitnesstraining, kraftbetonte Gymnastik, Rückenschule. Günstig sind auch Laufen, Wandern, Rad fahren, Walken, Schwimmen, Wassergymnastik, Tennis, Golf, Volleyball,Tanzen. Wichtig: nicht nur den Rücken trainieren, sondern auch die Bauchmuskeln - sie stützen die Wirbelsäule. Gleichgewicht und Koordination werden bei Sportarten wie Qigongjai Chi oder Ballett trainiert.

Weiter lesen: Wirksame Therapien gegen Osteoporose
Mittlerweile gibt es viele wirksame Therapien gegen Osteoporose, die dem Knochenabbau entgegenwirken bzw. Schmerzen lindern.


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