Wirksame Therapien gegen Osteoporose
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Unterschätztes Leiden Osteoporose
Bestimmte Erkrankungen und Medikamente können Knochenschwund fördern
Sie tritt häufig auf, bleibt aber dennoch oft unerkannt und unbehandelt: In Deutschland leiden etwa 7,8 Millionen an Osteoporose (Knochenschwund) oder haben ein erhöhtes Risiko, daran zu erkranken. Man spricht davon, wenn mehr Knochensubstanz ab- als aufgebaut wird. Dadurch verschlechtert sich die Qualität der Knochen, deren Masse nimmt ab, sie werden schwach und brüchig.
Am häufigsten sind Frauen nach der Menopause betroffen. Die Wahrscheinlichkeit, zu erkranken, nimmt mit steigendem Alter zu. Aber auch ungesunder Lebensstil (rauchen, regelmäßiger Alkoholkonsum, wenig Bewegung, falsche Ernährung) trägt dazu bei.
Tückisch ist, dass sich Osteoporose zunächst ohne merkbare Symptome entwickelt. Viele Betroffene erfahren erst dann von ihrer Erkrankung, wenn sie einen Knochenbruch erleiden. Und auch das ist nicht sicher: Schätzungen zufolge werden nämlich beispielsweise zwei Drittel aller Wirbelkörperfrakturen nicht diagnostiziert, sondern als harmlose "Rückenschmerzen" oder rheumatische Beschwerden abgetan. Ab 50 Jahren ist eine Wirbelkörperfraktur vor allem dann wahrscheinlich, wenn Anzeichen wie gebückte Haltung, Abnahme von Körpergröße, plötzliche und starke Rückenschmerzen zutreffen. Unbehandelt kommt es bei einem von fünf Patienten innerhalb der darauf folgenden zwölf Monate zu einem weiteren Bruch. Aber auch Folgen wie Bettlägrigkeit, Depressionen, Einschränkung der Lungenfunktion bis hin zum vorzeitigen Tod sind nicht auszuschließen.
Was viele nicht wissen: Bestimmte Erkrankungen bzw. Medikamente können Osteoporose fördern. So gefährden etwa Magersüchtige, Bulimiekranke oder Menschen, die plötzlich stark abnehmen, die Stabilität ihres Skelettapparates. Denn unausgewogene Ernährung führt zu einem Mangel an Kalzium und anderen Mineralien, außerdem kommt der Hormonhaushalt durcheinander.
Auch Diabetes mellitus und "Malabsorptionssyndrome" (Erkrankungen, die durch gestörte Aufnahme von Nahrungsbestandteilen aus dem Darm entstehen) erhöhen das Risiko, daran zu erkranken.
Zu jenen Medikamenten, die den Knochen zusetzen, wenn sie über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, zählen z. B. Kortikoide ("Kortison"), Mittel zur künstlichen Absenkung von männlichen Geschlechtshormonen bei Prostatakrebs sowie Protonenpumpenhemmer (Arzneistoffe, welche die Bildung von Magensäure unterdrücken. Dadurch kann nicht genügend Kalzium aufgenommen werden). Mit dem Arzt besprechen!
Mittlerweile gibt es viele wirksame Therapien gegen Osteoporose, die dem Knochenabbau entgegenwirken bzw. Schmerzen lindern.
Osteoporose Therapien
Welche Therapien kommen bei Osteoporose zum Einsatz?
Bei geringgradiger Verminderung der Knochendichte gilt die Zufuhr von Kalzium und Vitamin D als Basistherapie. Letzteres senkt etwa das Sturz- und damit Bruchrisiko, weil es die Muskelfunktionen verbessert.
Bei fortgeschrittenem Knochenabbau oder osteoporotischen Brüchen wird diese Behandlung mit stärker wirksamen Medikamenten kombiniert. Dazu zählen Bisphosphonate, welche die Knochendichte deutlich anheben, das Knochenbruchrisiko reduzieren und schmerzdämpfend wirken. Auf diese Weise helfen diese Medikamente dem Patienten aus dem Teufelskreis von Bewegungsmangel, weiterem Abbau von Knochensubstanz, sich verschlimmernder Osteoporose und damit einhergehenden stärkeren Schmerzen. Weiters kommen "selektive Östrogenrezeptormodulatoren" (sind keine Hormone, beeinflussen den Knochenaufbau jedoch ähnlich positiv wie Östrogene), Strontiumranelat (hemmt Knochenabbau, fördert Knochenneubildung), Parathormonanaloga (bauen Knochen auf, wirken schmerzlindernd) und Biologika (greifen direkt in die Immunsteuerung ein) zum Einsatz.
Wie können Schmerzen von Osteoporose-Patienten gezielt gelindert werden?
Mit Nicht-Opioiden oder Opioiden, die bei Bedarf gemeinsam mit "Wirkverstärkern" wie Antidepressiva oder Muskelrelaxantien (Medikamente, die zur Entspannung der Muskeln führen) verschrieben werden. Opioide haben den Vorteil, dass sie auch bei Dauertherapie nicht die Organe schädigen. Aufgrund ihrer Nebenwirkungen werden sie aber oft zusammen mit Antiemetika, die gegen Übelkeit wirken sowie Abführmitteln zur Vermeidung von Verstopfung eingenommen.
Zur Behandlung akuter Schmerzen kommen auch sogenannte NSAR (nicht-steroidale Antirheumatika) zum Einsatz. Patienten über 65 Jahre, die diese Mittel einnehmen, haben aber ein höheres Risiko für Komplikationen im Magen-Darm-Trakt. Deshalb sollten solche Arzneien unbedingt gemeinsam mit medikamentösem "Magenschutz" eingenommen werden.
Aufgrund entzündlicher Begleitreaktionen werden bei Wirbelkörperfrakturen zusätzlich entzündungshemmende Medikamente verschrieben.
Ziel der Schmerztherapie ist es immer, Beschwerden zu lindern sowie die Beweglichkeit der Betroffenen zu erhalten bzw. wiederherzustellen.
Welche nicht-medikamentösen Möglichkeiten gibt es? Wie wichtig sind diese?
Um Schmerzen zu lindern und Folgeschäden durch die veränderte Statik des Bewegungsapparates zu vermeiden, ist zusätzlich zur medikamentösen Therapie ein maßgeschneidertes Bewegungsprogramm sinnvoll. Davon profitiert die Knochendichte nachweislich.
